Hirntumoren – Klassifikationen, Symptome, GDS

Wer sich einmal mit Hirntumoren in ihren verschiedenen Varianten befasst hat, erkennt oft schnell, dass es den klassischen Hirntumor nicht gibt. Vielmehr treten Hirntumoren in zahlreichen Facetten auf. Auch wenn sie insgesamt eher selten sind, ist der Leidensdruck, der mit ihnen einhergeht, oft enorm. Die Betroffenen fürchten nicht nur oft um ihr Leben, sondern auch um ihre Lebensqualität. Auch dann, wenn eine langfristige Heilung erzielt wurde, fällt es den (ehemals) Betroffenen schwer, tatsächlich angstfrei zu leben.

Was weist auf einen Hirntumor hin?

Viele Menschen bringen mit einem Hirntumor die klassischen Kopfschmerzen in Verbindung. Hierbei handelt es sich jedoch um ein typisches Vorurteil. Denn: Kopfschmerzen treten bei Hirntumoren in der Regel vergleichsweise selten im Anfangsstadium auf.

Hinweise auf einen Tumor im Gehirn sind oft Symptome, die in gewisser Weise denen der Polyneuropathie – zumindest in bestimmten Bereichen des Körpers – ähneln. Die Betroffenen leiden dann unter Sensibilitätsstörungen, bei denen beispielsweise die Finger oder Füße als taub empfunden werden. Je nach Tumorlage können von den besagten Sensibilitätsstörungen andere Bereiche betroffen sein.

Wie können sich Hirntumoren auf den Alltag auswirken?

Da es – wie bereits erwähnt – viele Arten von Hirntumoren gibt, kann keine standardisierte Aussage darüber getroffen werden, wie diese sich im Alltag auswirken.

Im schlimmsten Fall bedeutet der Hirntumor das Todesurteil und der Gesamtzustand der Patienten verschlechtert sich rapide. Doch auch dann, wenn Hoffnung auf Heilung besteht, ist es den meisten Menschen nicht möglich, ihr bisheriges Leben weiterzuleben. Oft sorgt ein Mix aus Chemo und Medikamenten dafür, dass (bisher) „normale“ Abläufe neu strukturiert werden müssen und die Betroffenen auf Hilfe angewiesen sind.

Wie werden Hirntumoren behandelt?

Wie ein Hirntumor behandelt wird, ist unter anderem vom Zustand des Patienten, der Lage und der Größe des Tumors abhängig. Basierend auf der individuellen Ausgangsposition können so unter anderem Operation, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Chemotherapie das Mittel der Wahl sein. In vielen Fällen werden die verschiedenen Behandlungsoptionen miteinander kombiniert.

Doch auch dann, wenn sich der Tumor vergleichsweise einfach entfernen ließ, werden die Patienten über einen langen Zeitraum hinweg in ihrem Alltag eingeschränkt.

Aufgrund der Angst, dass der Krebs wieder zurückkommen könnte, sind sie oft zusätzlich auf psychologische Unterstützung angewiesen.

Grad der Behinderung / Schädigung bei Hirntumoren

„Der Grad der Schädigung von Hirntumoren ist vor allem von der Art und Dignität und von der Ausdehnung und Lokalisation mit ihren Auswirkungen abhängig.

Nach der Entfernung gutartiger Tumoren (z.B. Meningeom, Neurinom) richtet sich der GdS allein nach dem verbliebenen Schaden.

Bei Tumoren wie Oligodendrogliom, Ependymom, Astrozytom II, ist der GdS, wenn eine vollständige Tumorentfernung nicht gesichert ist, nicht niedriger als 50 anzusetzen.

Bei malignen Tumoren (z.B. Astrozytom III, Glioblastom, Medulloblastom) ist der GdS mit wenigstens 80 zu bewerten.

Das Abwarten einer Heilungsbewährung (von fünf Jahren) kommt in der Regel nur nach der Entfernung eines malignen Kleinhirntumors des Kindesalters (z.B. Medulloblastom) in Betracht. Der GdS beträgt während dieser Zeit (im Frühstadium) bei geringer Leistungsbeeinträchtigung 50.“

Quelle: Verordnung zur Durchführung des § 1 Abs. 1 und 3, des § 30 Abs. 1 und des § 35 Abs. 1 des Bundesversorgungsgesetzes (Versorgungsmedizin-Verordnung – VersMedV)
Hirntumoren-GDS-Tabelle
Nach der Entfernung gutartiger Tumoren (z.B. Meningeom, Neurinom) richtet sich der GdS allein nach dem verbliebenen Schaden.GdB/GdS
Tumoren wie Oligodendrogliom, Ependymom, Astrozytom II, wenn eine vollständige Tumorentfernung nicht gesichert istmindestens 50
Maligne Tumoren (z.B. Astrozytom III, Glioblastom, Medulloblastom)mindestens 80
Das Abwarten einer Heilungsbewährung von 5 Jahren kommt in der Regel nur nach der Entfernung eines malignen Kleinhirntumors des Kindesalters (z.B. Medulloblastom) in Betracht. Während dieser Zeit (im Frühstadium) bei geringer Leistungsbeeinträchtigung50